Anny
Vorname / Zuname ?
Anny Kaehler
Alter / Jahrgang ?
1932
Geboren / wo ?
Darmstadt, Hessen
Sternzeichen ?
Widder
Staatsangehörigkeit ?
Deutsch
Seit wann in Berlin / wo vorher ?
Seit 1936 in Berlin
Beruf ?
Apothekerin
Zum Thema: Single / Familie / Kinder ?
Verheiratet, 1 Sohn Baujahr 1963
Hast Du noch andere Freizeitinteressen ?
Ja, Schwimmen, Wasserspringen, Bauchtanz, Portrait und Aktmalerei
Du bist Vereinsmitglied im ?
Seit 15 Jahren im BTSC. Mit 60 Jahren eingetreten
Dein sportlicher Werdegang: Prüfungen, Wettbewerbe, Erfolge ?
Angefangen mit 55 Jahren - Freiläufer, Figurenläufer, Kunstläuferprüfung und die damalige Kürklasse 4 TSC Vereinsmeisterschaft
Welche Sparte (Eistanz / Einzel / Paarlauf / Free Style / Synchron) läufst Du und warum keine andere ?
Eiskunstlauf.
Wenn ich einen vernünftigen Trainer und auch Eistanzpartner gefunden hätte, hatte ich auch gerne Eistanz versucht.
Seit wann machst Du Eiskunstlaufen ?
Seit meinem 50sten Geburtstag, als Kind hatte ich leider keine Schlittschuhe. Mit dem Rollschuhlaufen habe ich etwa 3 Jahre später angefangen.
Wodurch ausgelöst ?
Es war mein Kindheitstraum. Durch den Eislauffilm "Der weiße Traum" mit Ina Bauer. Den habe ich im Kino als 10jährige gesehen, das blieb mein Traum bis ins hohe Alter. Ich war 1 Jahr krank geschrieben, danach dachte ich: ich muss unbedingt etwas für mich und meinen Körper tun. Das war der Auslöser.
Was begeistert Dich am aktiven Eiskunstlaufen ?
Als 17jährige habe ich in Moskau das Bolchoi Ballett gesehen und war restlos begeistert vom Klassischen Tanz. Auf dem Eis kann ich leicht Pirouetten drehen, wie beim Ballett, was ich sonst nicht könnte, da mir die körperlichen Voraussetzungen fehlen.
Gibt es auch Umstände die Dich bei diesem Sport nerven ?
Musik, die mir persönlich nicht gefällt und nach der ich darum nicht spontan laufen mag.
Ein eislauftechnisches Erfolgserlebnis woran Du Dich gerne erinnerst ?
Als ich damals Unterricht nahm, sagte mein Trainer Hagen Buchwald, den Rittberger lernst Du in Deinem Alter nicht mehr. Höchstens den Thoren. Er machte den Sprung vor und ich sollte ihn nachmachen. Daraufhin sprang ich intuitiv, aus Versehen auf Anhieb gleich den Rittberger. Das war ein tolles Erfolgserlebnis.
Ein Missgeschick (lustig / traurig / schmerzlich) auf dem Eis, was am besten nicht passiert wäre ?
Na ja, als ich bei einem Flip so auf mein Gesicht gefallen bin, dass ich in die Kieferchirugie gebracht werden musste. Zum Glück war es nur eine tiefe Platzwunde und kein Bruch.
Dein durchschnittlicher Trainingsaufwand pro Woche / auch Trockentraining ?
Wenn ich könnte jeden Tag, leider gibt es nicht genug freie Eiszeiten.
Welches Eislaufelement gefällt Dir besonders gut ? Kannst Du bzw. noch nicht ?
Die Pirouetten - alle Arten. Am liebsten mag ich die Sitzpirouette.
Welches Eislaufelement trainierst Du im Augenblick besonders intensiv ?
Eigentlich kein Spezielles. Den Rittberger möchte ich gerne wieder in alter Form springen, wie vor der Meniskusverletzung vor einem Jahr.
Ein Aha-Erlebnis und eine Erfahrung im Training, die ich gerne teilen möchtest, weil sie vielleicht Anderen hilfreich ist ?
Wenn ich die Sprungkombination Dreiersprung / Toe-Loop / Thoren / Salchow mehrmals (4-5mal hintereinander) solange die Puste reicht springe, bin ich für den Rest des Tages ganz high. Durch die Entstehung der Endorphine.
Betonen möchte ich wie gesund dieser Sport ist. Durch die Bewegung wird der Atem aktiviert und dadurch mehr Sauerstoff im Körper transportiert.
Außerdem wirkt die Freude beim Sport auch sehr positiv auf die Psyche.
Was möchtest Du auf jeden Fall noch erreichen / gibt es Grenzen im Sport für Dich ?
Lacht - von Grenzen rede ich nicht so gerne. Ich möchte gerne meinen Standard von vor 10 Jahren wieder erreichen! Versuchen kann ich es ja !
Nach welcher Musik läufst Du am liebsten / möchtest Du einmal laufen ?
Klassische Musik oder auch schöne Walzer. Auf jedenfalls melodisch und sanfte Rhythmen. Z.B "Sherry Pink Applewhite Blossoms", solche Musik motiviert mich zum Laufen.
Welche/r Eisläufer/in inspiriert Dich besonders und warum ?
Obwohl ich kein Eistanz mache, das "non plus ultra" sind für mich immer noch Jean Torvill/Christopher Dean. Bei denen stimmte einfach alles.
Gibt es eine gesehene Kür, die Dich nachhaltig beeindruckt hat ?
Der "Bolero" von Jean Torvill/Christopher Dean.
Gibt es ein Kür / Free skate / Spotlight an der Du im Augenblick arbeitest ?
Nein, ich laufe keine Küren. Ich laufe lieber was ich gerade fühle. Eine festgelegte Abfolge mag ich nicht. Vielleicht auch konditionsbedingt nicht.
Welche Musikauswahl hast Du getroffen / Warum diese / Was möchtest Du damit zeigen ?
Dein Kürkostüm ? Wie bist Du dazu gekommen
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Welche Herausforderung stellen sich Dir dabei besonders ? (Tempo, Sprünge, Schritte) ?
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Was ist für Dich bei Wettbewerben wichtig ?
Auch wenn ich aktiv keine Wettbewerbe laufe. Als Zuschauer empfinde ich: Zur Kür muss die Musik und auch die Kleidung harmonieren. Es sollte als Gesamteindruck stimmig sein - ein ästhetisches Erlebnis.
Gibt es ein bestimmtes Ritual, einen Glücksbringer oder einen bestimmten Ablauf, der für Dich vorher wichtig ist ?
Unabhängig von Wettbewerben, ich ziehe immer den linken Schuh zuerst an. Auch privat im Alltag, nicht nur beim Schlittschuhlaufen.
Dein nächstes Ziel im Eissport ist ?
Mein wehmütiger Traum, meine ehemaligen Leistungen auf dem Eis wieder zu erbringen.
Eine Eislauffee erfüllt Dir 3 Wünsche ! Welche sind es ?
1- Alles was ich konnte als ich 60 Jahre alt war, wieder zu können. 2- Die damalige körperliche Fitness. 3- Wenn schon - denn schon, auch das Aussehen ! Wäre nicht verkehrt.
Dein Ausruf / eine Ermunterung / eine Botschaft von Dir an alle Eislauf - Breitensportler ist ?
Niemals aufgeben !
Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Hier kannst du deinem Herzen Luft machen und konstruktive Kritik üben. Schreibe - was Dich zum Thema Eiskunstlauf - Breitensport bewegt und was für Dich verbesserungswürdig.
Deine öffentliche Meinung ist wichtig und hilft Bewußtsein zu verändern !
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*pers. geführtes Interview am 18.08.2008
Nachgefragt :
1. Wie bist Du zum Rollsport gekommen ? Was ist für Dich der entscheidenste Unterschied zum Eislaufen?
Weil es damals kein Sommertraining gab.
Mein damaliger Trainer war Herr Buchwald, der war auch Rollschuhtrainer. So bin ich dazu gekommen.
Auf den Rollen konnte ich Schlangenbögen und Gegenwenden gut, dafür leider nur zweibeinige Pirouetten. Bei den Sprüngen konnte ich nur die einfach Getippten.
Das Hinfallen auf dem Beton ist schmerzvoller.
2. Du hast noch andere interessante Hobbies. Was ist für Dich der Reiz an den anderen ausgewählten Freizeitbetätigungen?
Beim Schwimmen - fühle mich im Wasser so wohl, dass ich manchmal Glaube ich war ein Delphin in einem früheren Leben. Ein super Körpergefühl nach dem abendlichen 1 ½ Kilometern Schwimmen.
Ach ja, Eis ist ja auch Wasser !
Beim Wasserspringen - das Fliegen beim Springen ins Wasser, genauso wie auch auf dem Eis bei den Sprüngen. Die Schwerelosigkeit.
Beim Bauchtanz - ich tanze für mein Leben gern. Da ich keinen Partner für Gesellschaftstänze habe, die meisten sind Tanzmuffel oder unbegabt, also tanze ich solo.
Flamenco habe ich auch ausprobiert, ist mir vom Tanzstil und der Musik zu hart nicht. Bauchtanz ist mehr für den weiblichen Körper, fließend und weich.
Portrait und Aktmalerei - das Versinken in die Physiognomie. Der Entstehungsprozess. Es spricht mich an, dabei entsteht so eine Art Dialog mit dem Gegenüber, den ich male - aber gefühlt ist es noch viel intensiver. Ich habe auch Bildhauerei gemacht.
3. Interessiert Dich bei Wettbewerben als Zuschauer die Bewertungen der Preisrichter und die Platzierungen der Läufer? Wie sehr sind sie für Dich relevant, in Bezug auf den ästhetisch künstlerischen Anspruch an die Küren?
Ich habe mittlerweile meine eigenen Wertungsvorstellungen. Die Wertungen der Preisrichter warte ich manchmal gar nicht erst ab, um mich nicht unnötig zu frustrieren.
4. Schaust Du Dir im Fernsehen Eislaufmeisterschaften an?
Ich schaue sie nicht nur, ich nehme auch viel auf dem Rekorder auf. Ich kopiere Küren, schneide die für mich besonderen Elemente heraus und schaue sie in Zeitlupe noch einmal an, um davon zu profitieren und zu lernen.
5. Bist du schon einmal auf die Idee gekommen Eislaufbilder zu zeichnen ?
Nein, habe ich noch nicht gemacht. Vielen Dank für den Tipp!
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Berlin-Neukölln
ca. 1986

Persönliche Bestleistung: 25 Umdrehungen
Rückwärts-einwärts Waage Pirouette
Habe alle meine Eislaufkleider selbst genäht
Rückwärts-auswärts Waage Pirouette
Ein Lieblingselement von mir: "sterbende Maus"
Improvisation
Sitzpirouette
Im selbstgenähten Faschingskostüm
Damals üblich: Dreiersprung mit gestreckten Beinen
Fasching auf dem Eis in Neukölln
Im heißen Sommer -
Training auf Rollen
Ich liebe
das Tanzen -
ganz besonders
den Bauchtanz !