
Birgit
Vorname / Zuname ?
Birgit Aust
Alter / Jahrgang ?
Jahrgang 1967
Geboren / wo ?
Berlin
Sternzeichen ?
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Staatsangehörigkeit ?
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Seit wann in Berlin / wo vorher ?
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Beruf ?
Trainerin , Choreographin
Zum Thema: Single / Familie / Kinder ?
Sohn, geb. 2000
Hast Du noch andere Freizeitinteressen ?
mit meinem Sohn, Nichte und Neffen spielen, mit lieben Leuten treffen, für mehr ist keine Zeit
Du bist Vereinsmitglied im...... ?
..BTSC.
Dein sportlicher Werdegang: Prüfungen, Wettbewerbe, Erfolge ?
Die Jungendjahre sind schon so ewig her und bedeuten mir heute gar nichts mehr. Ich habe etliche Medaillen im Eistanzen (deutsche Nachwuchs - und Juniorenklasse) gewonnen. Für mich am bedeutsamsten sind 2 Siege als Erwachsenen Breitensportler/in: Damenpaarlauf 1. Platz in der Höchsten Kategorie bei den Gay Games 2006 in Chicago. Eistanz Plichttänze und Kür 1. Platz ISU Adults 2008 In Oberstdorf.
Welche Sparte (Eistanz / Einzel / Paarlauf) läufst Du und warum keine Andere ?
Eistanz mit Joachim Faßbender. Paarlauf mit Bettina Keil und hin und wieder mit Georg Kling aus Zürich. Das reicht.
Seit wann machst Du Eiskunstlaufen ?
Seitdem ich 5 Jahre alt bin.
Wodurch ausgelöst ?
Ich wollte, auch so ein schönes Kleidchen anziehen, bei dem sich das Röckchen so toll dreht.
Was begeistert Dich am aktiven Eiskunstlaufen ?
Am meisten das Highgefühl beim Gleiten. Wenn das dann noch mit Tanz verschmilzt, bin ich einfach glücklich. Naja und Zeigen tu ich es auch gern....
Gibt es Umstände die Dich bei diesem Sport nerven ?
kalte Finger, zu enge Schuhe und ganz besonders die Herrenmode bei den Wettkämpfen wie Weltmeisterschaften.
Gibt es ein eislauftechnisches Erfolgserlebnis woran Du Dich gerne erinnerst ?
Da muss ich ne Weile überlegen. So isoliert schaue ich mir mein Eislaufen eigentlich nie an. Mir bedeuten Stimmungen und Energien viel mehr als Einzelleistungen oder technische Erfolge Vielleicht mein Axel bei den Gay Games in Chicago. Fliegen und dabei rotieren ist ja eigentlich nicht so mein Ding. In Chicago war ich während der Kür einfach nur glücklich genau jetzt mit Bettina auf dem Eis zu stehen. Alles lief wunderbar und ich bin sogar den Axel lupenrein gesprungen. Danach hatte ich dann aber keine Lust mehr zu springen....hatte mir ja bewiesen, dass ich es kann....
Ein Missgeschick (lustig / traurig / schmerzlich) auf dem Eis, was am besten nicht passiert wäre ?
Irgendwie hat doch alles seine Berechtigung...naja Joachim die Ferse ins Knie zu rammen - das wär wohl besser nicht passiert.
Dein durchschnittlicher Trainingsaufwand pro Woche / auch Trockentraining ?
1 - 3 Stunden für beide Disziplinen.
Welches Eislaufelement gefällt Dir besonders gut ? Kannst Du bzw. noch nicht ?
Lassohebungen - will ich aber auch gar nicht können.... oder die Pirouetten der Schweizer Läufer/innen - die werd ich nicht mehr lernen!
Welches Eislaufelement trainierst Du im Augenblick besonders intensiv ?
Die Pflichttänze für die neue Saison mit Joachim und Paarlaufelemente wie Todesspirale ve, Doppelwurfsalchow und Hebungen mit Bettina.
Ein Aha-Erlebnis und eine Erfahrung im Training, die ich gerne teilen möchte, weil sie vielleicht Anderen hilfreich ist ?
Aha- Erlebnisse habe ich reihenweise in den paar Stunden Eistanztraining mit René Lohse. Die Pflichttänze bekommen ein völlig neues Körpergefühl, leicht und fließend. Einfach genial! Da bin ich dankbar, dass ich das erleben kann.
Was möchtest Du eislauftechnisch auf jeden Fall noch erreichen und gibt es für Dich Grenzen ?
Ganz ganz lange gemeinsam mit meinen Freunden die Freude am Eislaufen behalten.
Nach welcher Musik läufst Du am liebsten oder möchtest Du noch laufen ?
Die Musiken kommen, wenn ihre Stunde schlägt. Da habe ich kein Wünsche.
Welche/r Eisläufer/in inspiriert Dich und warum ?
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Gibt es eine gesehene Kür, die Dich nachhaltig beeindruckt hat ?
Der Bolero von Torvill/ Dean, Nyah von Kurt Browning
Gibt es eine Kür / Free skate / Spotlight an der Du im Augenblick arbeitest ?
Musikideen gibt's, aber noch nichts Festes.
Welche Musikauswahl hast Du getroffen / warum diese / was möchtest Du damit zeigen ? Dein kostüm ? Wie bisr Du dazu gekommen ?
Mir ist wichtig, dass mich die Musik erreicht. Dann habe ich die ganze Saison über Lust mich danach zu bewegen und auch einen Grund die Küren zu zeigen. Es war eigentlich immer so, dass meine Programmauswahl unbewusst viel mit meiner Lebenssituation zu tun hatte. Häufig habe ich mir so einen Spiegel meiner aktuellen Lebens-Themen vorgehalten
Welche Herausforderungen stellen sich Dir dabei besonders (Tempo, Sprünge, Schritte) ?
Mein Wissen als Trainerin selber umzusetzen und nachsichtig mit mir sein. Ich wär ganz schön streng mit mir. Glücklicherweise kann ich mich während des Trainings nicht sehen....
Was ist für Dich bei Wettbewerben wichtig ?
Das Miteinander und die gegenseitige Freude an der Leistung der Anderen.
Gibt es ein bestimmtes Ritual, einen Glücksbringer oder einen bestimmten Ablauf bevor Du auf das Eis gehst, der für Dich bei einem Wettbewerb vorher wichtig ist ?
Eigentlich habe ich kein Ritual.... beim Einlaufen nicht verausgaben, sonst reicht die Kraft nicht fürs Programm. Eisgewöhnung reicht, vielleicht zwei drei Elemente...dem eigenen Körper vertrauen, er wird sein Können schon abrufen.
Beim Fab Cup 2008 läufst Du in 3 verschiedenen Paarkonstellationen. Ist es schwer zwischen den unterschiedlichen Programmen und Partnern umzuschalten ? Wie gehst Du damit um ?
Schwer ist nur, so viele Programme an einem Tag zu laufen. Das Umstellen geht ganz leicht, weil jedes Programm und jede/r Partner/in eine ganz besondere Freude für mich ist. In jeder Paarkonstellation werden verschiedene Teile meiner Persönlichkeit angesprochen und es kommen ganz verschiedene Aspekte zum Ausdruck.
Mit Georg Kling bist Du in Oberstdorf 2006 im ISU Eistanz - Wettbewerb angetreten. Ihr seid durch den Tausch der Paarrolle, Führender-Folgende/Führende-Folgender aus der Wertung herausgefallen und habt im wahrsten Sinne des Wortes "Staub aufgewirbelt". War dies so geplant ?
Ja, geplant war, eine Lücke im Regelwerk auszunutzen. Diese ist mittlerweile geschlossen worden. Im Eiskunstlaufen wird ein recht antiquiertes Gesellschaftsbild gepflegt und an recht altmodischen Geschlechterrollen festgehalten. Man mag dies für die olympische Disziplin Eiskunstlaufen im Sinne sportlicher Vergleichbarkeit rechtfertigen. Im Erwachsenen Breitensport brauchen wir keine olympischen Maßstäbe. Für mich waren die Tänze mit Georg ein großes Vergnügen. Beim Paso Doble energisch den großen Mann in den Arm zu nehmen, hat mir riesigen Spaß gemacht. Warum muss eine Frau nur weil sie vielleicht kleiner und schwächer ist auf eine bestimmte Rolle festgelegt werden? Warum darf nur die Frau schmachten? Eiskunstlaufen hat viel mit Show zu tun. Und wir Erwachsenen sollten auf jeden Fall die Spielräume haben, über das enge ISU Reglement hinaus dies in den verschiedensten Formen auszunutzen.
Georg lebt in der Schweiz und Du in Berlin, wie entsteht ein gemeinsames Programm ?
In der Konzeption geht das ganz fix beim gemeinsamen Training. Die Ideen sprudeln nur so und wir finden schnell gemeinsam eine Form. Für unser Programm beim FabulousCup 2008 war Georg 1x in Berlin. Da haben wir das Programm aufgebaut. Dann haben wir dank der Computertechnik per Videokonferenz in unseren Zimmern zu Hause alles durchgesprochen und vor dem Bildschirm im Trockenen geübt. Dadurch fehlte natürlich die Routine auf dem Eis. Das Mitdenken machte das Programm sehr anstrengend, schließlich verbraucht das Gehirn extrem viel Sauerstoff. Und trotzdem war es ein großes Vergnügen gemeinsam Eis zu laufen.
Dein nächstes Ziel im Eissport ist ?
Der Weg ist das Ziel. Auf dem Eis mündet er für mich meist in Wettkampfteilnahme. Das wird im Paarlaufen mit Bettina auf jeden Fall der nächste Fabulous Cup in Köln sein und wahrscheinlich die ISU Adult Competition in Oberstdorf im Eistanzen.
Eine Eislauffee kommt und erfüllt Dir sofort 3 Wünsche ! Diese sind ?
1. Die Sicherheit, weiter mit so tollen Partner/innen Eis zu laufen. Da gibt es ja viele Möglichkeiten, warum das ein Ende haben könnte...
2.Garantie für Training in freundlicher Athmosphäre
3.Kurt Browning auf dem Eis zu treffen
Ein Ausruf, eine Ermunterung, eine Botschaft von Dir an alle Eislauf - Breitensportler ?
Genieße das Eislaufen, bleibe dabei Du selbst und nutze das Eislaufen und die Wettbewerbe für Dich! Arbeitet gemeinsam daran, dass hier in Berlin und in Deutschland der Erwachsenen-Breitensport einen klaren Platz in der Eislaufszene bekommt. Schädlich ist dabei in meinen Augen ein Denken, dass sich auf Defizite konzentriert. Nützlich ist dabei der Blick für das was da ist, für das was wächst und sich entfaltet - für das was wir alle auf dem Eis präsentieren können. Vor 10 Jahren war das noch nicht da! Und es wird sich weiter entwickeln und neue Blüten tragen, auf die ich mich jetzt schon freue!
Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Hier kannst du deinem Herzen Luft machen und konstruktive Kritik üben. Zum Thema "Eiskunstlauf - Breitensport" in Berlin: was bewegt Dich und was ist für Dich verbesserungswürdig.
Deine öffentliche Meinung ist wichtig und hilft Bewußtsein zu verändern !
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*Interview vom 21.06.2008
Nachgefragt :
Erwachsene Eislaufanfänger haben teilweise Schwierigkeiten Bögen auf der Außenkante zu laufen. Gibt es eine Strategie die Ängstlichkeit in den Griff zu bekommen ?
Das braucht Mut und ganz ganz viel Gewöhnung. Unser Gleichgewichtssinn ist irritiert und sendet Signale, die den Körper ins senkrechte Lot bekommen sollen. Er muss sich erst daran gewöhnen, dass eine Schieflage durch die im Bogen wirkenden Fliehkräfte in Ordnung und sicher ist.
Du hast eine Ausbildung in Laban/Bartenieff Bewegungsstudien (LBBS) gemacht. Wie bist Du dazu gekommen ? Wie sehr hat es Dein "Eiskunstlaufen" beeinflusst ?
Ich habe lange in der Berliner Tanzszene nach etwas gesucht, was mir einen anderen Blick auf das Eiskunstlaufen ermöglicht. Für eine Ausbildung im Modernen Tanz war ich leider schon zu alt. LBBS war dann wie eine Erleuchtung für mich. Die Ausbildung hat meine komplette Sicht auf Bewegung extrem erweitert und ist ein ständiger Inspirationsquell für Techniktraining, Didaktik, Kreativität in der Bewegungsfindung und ganz besonders darin, mich auf unterschiedliche Menschen einzustellen und mich mit Ihnen auf einen gemeinsamen Weg im Training zu begeben.
Deine Küren vermitteln Freude am Eislaufen und am Ausdruck. Kam es für Dich jemals in Betracht in einer Eisshow, wie z.B. "Holiday On Ice" zu laufen ?
Nein
Könntest Du Dir auch vorstellen Eistanz mit einer Frau zu laufen und Paarlauf mit einem Mann ?
Grundsätzlich natürlich, das Geschlecht ist doch zweitrangig. Letztendlich ist die Chemie zwischen den Partner/innen entscheidend. Aber es gibt für mich ja gar keinen Bedarf! Eistanz habe ich übrigens nach meiner aktiven Laufbahn Ende der 80er Jahre mit einer Frau weitergemacht. Leider wurde uns nicht gestattet außer Konkurrenz bei der Berliner Meisterschaft mitzulaufen. Und im Paarlaufen gefällt mir meine hebende und werfende Rolle sehr gut. Allerdings würde ich gerne mal in einer Todesspirale im Kreis herumgewirbelt werden. Das wäre aufgrund meiner Größe und meines Gewichts wenn überhaupt eher denkbar mit einem Mann.
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Bettina Keil und Birgit Aust

Production Team: Birgit, Bettina und Georg

Schaulaufen SCC-Pokal 2008

Birgit A. und Joachim F.

Schaulaufen Fabulous Cup 2008 - Kilian

Birgit und Joachim

Starlight Walz

Fabulous Cup 2008 - same sex couple

Schaulaufen
