Eva

Vorname / Zuname ?

Eva Kostner

Alter / Jahrgang ?

schon ganz schön alt für Eislaufen / 1957

Geboren / wo ?

ja! / in Göttingen

Sternzeichen ?

Steinbock (so was von egal...)

Staatsangehörigkeit ?

(ist doch auch egal - hat ja nichts mit Schlittschuhlaufen zu tun): deutsch

Seit wann in Berlin / wo vorher ?

1979 / Krefeld - Neheim-Hüsten - Göttingen - Bunny/Nottinghamshire - Göttingen

Beruf ?

Im Studentenjob hängengeblieben: Filmvorführerin  

Zum Thema: Single / Familie / Kinder ?

ja / nein / nein

Hast Du noch andere Freizeitinteressen ?

Ja, einige - wobei die meisten aber leider in letzter Zeit mangels Zeit, geeigneten Mitstreitern, Gelegenheit, Geld oder wegen anderer widriger Umstände zu kurz gekommen sind: Inlineskaten, Trampolinspringen (hab' ich lange gemacht), Surfen, Jonglieren, Akrobatik, Segeln (leider viel zu selten Gelegenheit!), meine Tiere (von meinen Schildkröten musste ich mich leider nach 40 Jahren schweren Herzens trennen und mein Hund, den ich allerdings nur 10 Monate und eigentlich auch nur in Pflege hatte, ist im August 2008 gestorben und ich vermisse ihn sehr..., Basteln und noch so einiges Andere. (Mein Traum seit Kindertagen ist Reiten. Leider ist das ein ziemlich teurer Spaß, aber wenn sich ab und zu mal eine Gelegenheit dazu ergibt, nehme ich sie natürlich immer, zu jeder Tages- und Nachtzeit und unter fast allen Bedingungen wahr.:-) Die meiste (Hobby-)Zeit verbringe ich aber wohl auf dem Eis.

Du bist Vereinsmitglied im.... ?

SCC (von meinem Freund Birger "gesponsored":-) Leider sind meine Arbeitszeiten nicht sehr vereinskompatibel. 

Dein sportlicher Werdegang: Prüfungen, Wettbewerbe, Erfolge ?

Keine, keine, meine Sitzpirouetten werden besser und auch beim Rittberger packe ich mich nur noch selten hin...:-) Alles just for fun!

Welche Sparte (Eistanz / Einzel / Paarlauf / Free Style / Synchron) läufst Du und warum keine andere ?

Einzel sowieso und Paarlauf, wann immer sich die Gelegenheit dazu bietet (leider viel zu selten!). Eigentlich würde ich alle Sparten gerne ausprobieren. Eistanz - kein Partner, kein Trainer... (ab und zu mal Klaus-Dieter Platu - danke Klaus!) Einzel - na ja, ich probiere halt so vor mich hin... Paarlauf - ist ohne Trainer schwierig, Partner (Birger!?:-) leider nur selten vorhanden Was bedeutet Freestyle? Synchron - macht bestimmt auch Spaß, ist aber leider so gar nicht mit meinen Arbeitszeiten vereinbar.  

Seit wann machst Du Eiskunstlaufen ?

Schlittschuhe hatte ich schon als Kind, die meiste Zeit habe ich aber in Städten ohne Eisstadion gewohnt. Leider habe ich die ersten Jahre in Berlin dann auch noch verpasst und bin nur gelegentlich im Winter in öffentlichen Laufzeiten "vorwärts im Kreis rum gerutscht". Mir der "Kunst" fing es, glaube ich, in der Saison 1989/90 an, als ich mich einmal früh genug aus dem Bett gequält habe, um zum Frühlauf (7:30 - wirklich früh für einen "Nachtarbeiter"!) im Wedding zu gehen.

Wodurch ausgelöst ?

Bei besagtem Frühlauf bin ich Birger (meinem "leider nur selten vorhandenen Partner" - siehe oben im Text und unten auf dem Bild :-) begegnet, der mich zum Kringeldrehen und Springen ermutigt hat. (Auch heute noch: danke, Birger!)

Was begeistert Dich am aktiven Eiskunstlaufen ?

Dieses leichte Gefühl von Gleiten und Schweben (an guten Tagen... und auch, wenn es für den unbeteiligten Betrachter vielleicht nicht unbedingt immer danach aussieht...:-), kleine Erfolgserlebnisse, dass die Alltagssorgen meistens draußen vor dem Stadion bleiben, netten und interessanten Menschen zu begegnen, das Gefühl, etwas Besseres für meinen Körper zu tun, als mit einer Chipstüte vor dem Fernseher zu sitzen... Es gibt viele Gründe! Und ich kann es wirklich nur jedem empfehlen! Skate 'n smile!

Gibt es auch Umstände die Dich bei diesem Sport nerven ?

Eher hallentechnisch (s.u.)! Rücksichtslose Mitstreiter auf dem Eis. Schön wären schnellere Erfolgserlebnisse und als Kind die Basics gelernt zu haben. Kalte Füße. Im Augenblick habe ich ein Problem damit, neue, passende(!) Schlittschuhe zu finden.

Ein eislauftechnisches Erfolgserlebnis woran Du Dich gerne erinnerst ?

Der erste halbwegs gelungene Rittberger (in Hamburg- Farmsen), Paarlauf-Pirouetten und Hebefiguren mit Birger, Sprünge beim Paarlauf, wenn sie synchron gelingen, der Beifall des Publikums, wenn Kati Witt in irgendeiner Show einen Auswärts-Mond zeigt und ich mir sagen kann: "Phhüh - das kann ich auch."... Ganz allgemein das Gefühl, wenn man plötzlich Dinge zustande bringt, die man sich früher nie zugetraut hätte.

Ein Missgeschick (lustig / traurig / schmerzlich) auf dem Eis, was am besten nicht passiert wäre ?

Das war noch ganz am Anfang meiner "Kunstlauf"-Zeit: Im öffentlichen Lauf am Sonntagmorgen im Erika-Hess-Eisstadion ist mir jemand direkt vor die Füße gefallen. Beim Versuch, ihm auszuweichen, hat es mir förmlich die Schlittschuhe "weggezogen" und ich bin ziemlich unsanft erst auf dem Allerwertesten gelandet und dann mit dem Hinterkopf aufgeschlagen. Nachdem ich mich halbwegs aufgerappelt hatte, habe ich zuerst die Reste meiner Haarspange (die mich wohl vor größeren Schäden bewahrt hat!) vom Eis gesammelt, damit nicht noch jemand darüber stürzt, und mich dann erst nach meinem "Unfallgegner" umgeschaut. Ich konnte gerade noch sehen, wie er blutüberströmt von Eis geführt wurde! Eigentlich wollte ich mich gleich nach dem Schlittschuhlaufen auf den Weg nach Göttingen machen, habe dann aber doch erstmal ein paar Stunden gewartet, ob mir vielleicht schlecht wird, weil ich nicht riskieren wollte, mit einer Gehirnerschütterung bei Minusgraden irgendwo an der Autobahn "zu stranden". Ich war aber o.k... Im nächsten Winter habe ich den Menschen wiedergetroffen, der mir vor die Füße gefallen war und ja, ich hatte ihn mit meiner Kufe (nagelneue Schlittschuhe!) getroffen. Er hatte eine Narbe von drei Seiten um ein Auge rum! Nicht auszudenken, dass ich ihm offenbar beinahe ein Auge "ausgetreten" hätte! Auch, wenn es nicht meine Schuld war, hätte ich daran sicher "schwer zu knacken" gehabt und wer weiß, ob das nicht auch schon das Ende meiner "Eislauf-Karriere" gewesen wäre...

Beim Frühlauf vor vielen Jahren gab es einen Todesfall. Wir hatten gerade auf Willi P.s 80sten(!) Geburtstag angestoßen. Er fiel ohne erkennbare Ursache hin, wurde in den Erste-Hilfe-Raum gebracht und starb dort, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Ich kann mich noch daran erinnern (es ist wirklich schon viele Jahre her!), dass die Sonne in die Halle strahlte, wie geschockt ich war (ich vermute mal, den Anderen ging es nicht besser) und dass ich nicht wusste, was ich mit Willis Mütze tun sollte, die ich aufgehoben hatte und noch in der Hand hielt... Im Augenblick des Geschehens war es einfach schrecklich, aber im Nachhinein denke ich: Was für einen besseren Abgang von dieser Welt kann man eigentlich haben, als mit 80 quasi mit Sektglas in der Hand auf dem Eis zu sterben? Nun ja. Verletzungen gibt es immer wieder mal. Ich selbst hatte bisher weitestgehend Glück.

…auch, als ich (noch mit den Uralt-Schlittschuhen aus meiner  Kindheit ausgerüstet) bei einem meiner ersten Versuche, einen Dreier zu springen, hinfiel  und erst verstand, warum, als ich eine meiner Kufen mehrere Meter weiter über’s Eis schlingern sah. Kommentar von Birger: „Na, dann musst Du eben heute Flieger üben.“  Immerhin war dieses Ereignis der Anlass, mir endlich  „richtige“ Schlittschuhe zu kaufen und siehe da: plötzlich taten mir nicht mehr schon nach drei Runden die Füße weh (nachdem die Schuhe eingelaufen waren, versteht sich :-), ich knickte auch nicht mehr dauernd um und der richtige Spaß konnte beginnen.

Dein durchschnittlicher Trainingsaufwand pro Woche / auch Trockentraining ?

So oft es geht. Mein Rekord sind 252 Laufzeiten in einer Saison, aber das ist leider lange her. Die Saison ist kurz, man wird älter, die Arbeitszeiten... Im Winter von Montag bis Freitag fast jeden Tag, im Sommer mangels Gelegenheit leider gar nicht. Ernsthaftes Trockentraining eigentlich nie - sollte ich wohl mal... Manchmal, wenn ich mich bei der Arbeit unbeobachtet fühle, probiere ich den einen oder anderen Sprung - und hätte dabei auch schon mal beinahe den Weihnachtsbaum umgerissen... Im Sommer versuche ich, mich mit Inline-Skaten fit zu halten. Das hat zwar nicht viel mit Eis(kunst)laufen zu tun, ist aber auf eine andere Art auch toll!

Welches Eislaufelement gefällt Dir besonders gut ? Kannst Du bzw. noch nicht ?

Viele! Mein Traum sind Doppelsprünge. Ob das in meinem Alter und ohne Trainer wohl noch klappt? Ich kenne zwar niemand, dem das gelungen wäre, aber bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zuletzt. Und beim Salchow habe ich an guten Tagen das Gefühl, dass gar nicht mehr sooo viel fehlt. Ordentliche Waagepirouetten und welche auf dem rechten Fuß würde ich auch gerne können.

Welches Eislaufelement trainierst Du im Augenblick besonders intensiv ?

Alle die, die ich ein bisschen kann - was blöd ist, denn eigentlich müsste man ja die Dinge trainieren, die einem nicht so liegen. Aber dann denke ich immer: Blumentopf werde ich wohl sowieso keinen mehr gewinnen, also kann ich auch das tun, was am meisten Spaß macht.

Ein Aha-Erlebnis und eine Erfahrung im Training, die Du gerne teilen möchtest, weil sie vielleicht Anderen hilfreich ist ?

Physisch ist (Körper-)Spannung das A und O, psychisch genau das Gegenteil: je verbissener man an etwas herangeht, desto weniger klappt's. Manchmal funktionieren die Dinge genau dann, wenn man gar nicht ernsthaft damit rechnet oder eigentlich schon die Hoffnung aufgegeben hat - jedenfalls für den Augenblick. Innere Ruhe ist ganz wichtig! (Eigentlich ist das genau so, wie im übrigen Leben...) Manchmal gar nicht so einfach, diese Erkenntnis auch umzusetzen...

Was möchtest Du auf jeden Fall noch erreichen / gibt es Grenzen im Sport für Dich ?

Doppelsprünge, verschiedene Pirouetten, Schrittfolgen... Grenzen sind sicher von vornherein schon durch die Begabung gesetzt, inzwischen ist wohl auch das Alter ein nicht zu unterschätzendes Kriterium. Da kann man wohl nur versuchen, möglichst lange möglichst fit und beweglich zu bleiben. (Und wo ginge das wohl besser als auf dem Eis?)

Nach welcher Musik läufst Du am liebsten / möchtest Du einmal laufen ?

Da ich leider nie die Gelegenheit habe, nach eigener Musik zu laufen, stellt sich diese Frage nicht. Nouveau Flamenco von Ottmar Liebert finde ich z.B. toll, aber auch Walzer von Strauss und die Musik von Bert Kaempfert. Da gäbe es wohl einige Kür-geeignete Stücke. Und Glenn Miller, Swing-Musik im allgemeinen... Es gibt Vieles!

Welche/r Eisläufer/in inspiriert Dich besonders und warum ?

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Gibt es eine gesehene Kür, die Dich nachhaltig beeindruckt hat ?

Eine bestimmte eigentlich nicht, aber z.B. Isabelle Brasseur/Loyd Eissler hatten mehrere Showprogramme, die mir sehr gut gefallen haben: einmal liefen sie mit vertauschten Rollen - eine große "Frau" im Röckchen wirbelte eine kleinen "Mann" im Anzug durch die Luft - und einmal hatte Isabelle vier "Füße" und zwei "Köpfe" - man wusste also nie genau, wo oben oder unten war. Debbie Thomas konnte sich prima selbst veralbern. So etwas gefällt mir.  

Gibt es ein Kür / Free skate / Spotlight an der Du im Augenblick arbeitest ?

Leider nein (s.o.)

Welche Musikauswahl hast Du getroffen / Warum diese / Was möchtest Du damit zeigen ?

Dein Kürkostüm ? Wie bist Du dazu gekommen ?

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Welche Herausforderung stellen sich Dir dabei besonders ? (Tempo, Sprünge, Schritte) ?

Wenn ich an einer Kür arbeiten würde, dann sicher all das!

Was ist für Dich bei Wettbewerben wichtig ?

Da kann ich leider gar nicht mitreden...

Gibt es ein bestimmtes Ritual, einen Glücksbringer oder einen bestimmten Ablauf, der für Dich vorher wichtig ist ?

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Dein nächstes Ziel im Eissport ist ?

Gesund bleiben natürlich, ständig dazulernen, damit es nicht langweilig wird, höhere Sprünge mit mehr Umdrehungen, bessere Pirouetten, schnellere Schritte, tiefere Kanten, Pflichttänze - es gibt viel zu tun!

Eine Eislauffee erfüllt Dir 3 Wünsche ! Welche sind es ?

(Die Basics wie Gesundheit, Beweglichkeit, ordentliche Schlittschuhe etc. lasse ich jetzt mal weg.)

1. - Eis im Sommer in Berlin für Eva Normalhobbyläuferin.

2. - Einen Eisprinzen (groß, stark, gut aussehend und ungebunden :-), der all das, was ich gerne lernen würde, schon kann und der trotzdem Lust hätte, mit mir zu laufen und es mir beizubringen. (Ist wirklich nicht gegen Dich gemeint, Birger!:-)

3. - Doppelsprünge.

Und 4tens: allgemein viel mehr und bessere Laufzeiten für Hobbyläufer (nicht nur 50 Minuten im Morgengrauen in Friedrichshain... )

Dein Ausruf / eine Ermunterung / eine Botschaft von Dir an alle Eislauf - Breitensportler ist ?

Weitermachen! Manchmal verlässt man die Eishalle mit einem besseren Lebensgefühl, als man sie betreten hat und das ist toll!

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Hier kannst du deinem Herzen Luft machen und konstruktive Kritik üben. Schreibe - was Dich zum Thema Eiskunstlauf - Breitensport bewegt und was für Dich verbesserungswürdig.
Deine öffentliche Meinung ist wichtig und hilft Bewußtsein zu verändern !

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*Interview vom 13.01.2010

 

 

Paarlauf mit Birger