Klaus

Vorname / Zuname ?

Klaus Dieter Platu

Alter / Jahrgang ?

24.04.1942

Geboren / wo ?

Altlandsberg

Sternzeichen ?

Stier

Staatsangehörigkeit ?

deutsch

Seit wann in Berlin / wo vorher ?

Früheste Kindheit in Neuenhagen bei Berlin und im Allgäu, seit 1946 in Berlin, seit 10 Jahren in Falkensee.

Beruf ?

Pensionär. Vorher 43 Jahre Polizeibeamter.

Zum Thema: Single / Familie / Kinder ?

Verheiratet, eine Tochter und mittlerweile ein Enkelkind.

Hast Du noch andere Freizeitinteressen ?

Zitherspielen, Malerei.

Du bist Vereinsmitglied im.... ?

Mitglied im Berliner TSC

Dein sportlicher Werdegang: Prüfungen, Wettbewerbe, Erfolge ?

Winter 1959/60 erste Versuche im Eisstadion Neukölln im Öffentlichen Lauf.

1966 Eistanz im Berliner Sport Club e. V.. 1975 Berliner Schlittschuh Club e. V.

Bestandene Nationale Klassenlaufen:

1969 Eiskunstlauf Klasse 4 (Pflichtlaufen).

Eistanz 1971 bis 1972 sämtliche Testlaufen vom Kleinen Bronzetest bis Goldtest.

Berliner Meisterschaften:

1971 Junioren 2. Platz,

1972 Junioren 1. Platz,

1973 Senioren 1. Platz,

1974 Meisterklasse 3. Platz,

1975 Meisterklasse 2. Platz,

1977 Meisterklasse 1. Platz.

Deutsche Meisterschaften:

1975 Junioren 5. Platz,

1976 Senioren 4. Platz (Partnerin Sabine Fischer),

1977 Meisterklasse 8. Platz (Partnerin Ingrid Jung).

Deutschland-Pokal:

2005 Eistanz – Kategorie I 1. Platz (Partnerin Nadine Dutreux),

2006 Kürtanz-Wettbewerb 2. Platz (Partnerin Nadine Dutreux),

2008 Kürtanz-Wettbewerb 2. Platz (Partnerin Dorina Posch).

Welche Sparte (Eistanz / Einzel / Paarlauf / Free Style / Synchron) läufst Du und warum keine andere ?

Eistanz, weil die Belastung durch Sprünge entfällt.

Seit wann machst Du Eiskunstlaufen ?

Eislaufen seit 1959 zunächst im Öffentlichen Lauf.

Wodurch ausgelöst ?

Mein Vater (Jahrgang 1913), in seiner Jugend ebenfalls ein begeisterter Schlittschuhläufer, erzählte mir bereits in meiner frühen Kindheit von seinen schönen Eislauferlebnissen auf dem Neuen See im Berliner Tiergarten. Damals waren die Winter erheblich kälter, so dass in jedem Jahr verlässlich auf den zugefrorenen Berliner Gewässern gelaufen werden konnte. Am Neuen See spielte sogar eine Musikkapelle, und die freigegebene Eisfläche wurde in den Abendstunden beleuchtet. Mein Vater lief mit Eishockeyschuhen und bewunderte seinen Freund Fritz Matow, der Eiskunstlaufschlittschuhe besaß. Er war nach den Worten meines Vaters sehr begabt, denn er beherrschte bereits Pirouetten.Die Schilderungen meines Vaters faszinierten mich sehr, und so entstand in mir mehr oder weniger unbewusst der Wunsch, es dem Freund meines Vaters gleich zu tun.Niedlich auch die kleine Episode meines Vaters mit der Tochter des damaligen französischen Botschafters in Berlin. Madeleine hieß die junge Dame und mein Vater war wohl über beide Ohren in sie verliebt. Sie ließ es zumindest für eine gewisse Zeit zu, dass er ihre Hand halten und mit ihr im Kreise laufen durfte. Zu seinem Leidwesen neigte sich ihre Gunst dann mehr einem Kunstläufer zu und die Episode fand für ihn ein jähes Ende. Für mich ein weiterer Grund lieber gleich das Eiskunstlaufen ins Auge zu fassen. Leider musste ich als ein typisches Nachkriegskind in Berlin mit dem Mangel leben. Im damaligen Berlin und später Westberlin gab es in der Zeit zwischen 1945 und 1958 nur äußerst selten die Möglichkeit, auf präpariertem Eis Schlittschuh zu laufen. Im Sportpalast in Schöneberg bestand technisch die Möglichkeit eine Kunsteisfläche herzustellen.Ich hatte jedoch nicht die geringste Ahnung davon, wann das der Fall war und ob man als "Normalsterblicher" dort laufen durfte. Auch hätte ich keine Möglichkeit gehabt, den Sportpalast zu erreichen. Die Zeiten waren miserabel. In den Familien wurde jeder Pfennig zum Lebensunterhalt benötigt. Ich verfügte nicht einmal über die wenigen Groschen Taschengeld, die für eine Straßenbahnfahrt erforderlich waren. So musste ich jedes Jahr auf einen kalten Winter hoffen, der sich zu meinem Leidwesen nur sehr unregelmäßig einstellte.Wenn es dann wirklich einmal ausreichend kalt wurde, lief ich zu Fuß zum Fennsee im Volkspark Wilmersdorf. Leider war kein Geld für Schlittschuhe vorhanden, und ich musste uf uralte "Anschnaller" zurückgreifen, die ich irgendwo unter Gerümpel im Keller gefunden hatte. Da ich noch nicht einmal Winterstiefel besaß, spannte ich diese seltsamen Geräte unter meine Halbschuhe. Prompt riss ich mir jedes Mal einen Teil der Sohlen ab. Meine Mutter war entsetzt und wusste nicht, wo sie das Geld für die Schuhreparatur hernehmen sollte. Da diese sog. "Anschnaller" keinen Schliff hatten, war Eislaufen damit auch gar nicht möglich. Ich konnte also nur weiter vom Eislaufen träumen.

Nach meinem Schulabschluss begann ich am 1.7.1959 mit 17 Jahren eine Ausbildung bei der Berliner Polizei. Ich verdiente, wenn ich mich noch recht erinnere, knapp 70,- DM im Monat. Trotzdem sparte ich eisern und kaufte mir gleich zu Beginn des Winters Schlittschuhe. Ich beging den gleichen Fehler, der auch heute noch oft gemacht wird. Unwissend erwarb ich minderwertiges Material. Die Stiefel gaben kaum Halt, und die Füße schmerzten an allen Ecken und Enden. Trotzdem übte ich fleißig, sah dem Kunstlauftraining auf der Wettkampffläche des Eisstadions Neukölln zu und versuchte den "Könnern" nachzueifern.

Als ich durch Zufall den damaligen Berliner Meister im Eiskunstlaufen Tassilo von Bonin kennen lernte, hatte ich einen famosen Lehrmeister gefunden, dessen eisläuferische Fähigkeiten mich anspornten. Die Bekanntschaft zu diesem erfahrenen Eiskunstläufer war ein Glücksfall für mich. Er gab mir wichtige Informationen und zeigte mir Sprünge und Pirouetten. Einen Vereinsbeitritt konnte ich mir damals nicht leisten und an Trainerstunden war überhaupt nicht zu denken.

Im Jahr darauf hatte ich mir meine ersten "richtigen" Stiefel zusammengespart. Es waren Maßstiefel, die ich mir bei Rupprecht in München anfertigen ließ. Leider kam ich mit diesem recht harten Schuhwerk (damals bestanden Eislaufstiefel nur aus Leder und waren innen nicht gepolstert) auch nicht so richtig klar. Erst die später erworbenen "WiFa-Stiefel" ließen etwas Freude aufkommen. Sie hielten bei intensivem Training immer nur ein Jahr, was mich finanziell ziemlich strapazierte.

1965 trat ich einem Eislaufverein bei. Allerdings waren mir im Eiskunstlauf altersbedingt bereits Grenzen gesetzt. Als guter Leichtathlet hatte ich zwar kein Problem hoch und weit zu springen, allerdings lernte ich nur noch den Axel wirklich sicher und alle anderen Sprünge gelangen doppelt nur in Ausnahmefällen. Mittlerweile war ich bereits Mitte zwanzig und für das wettkampfmäßige Eiskunstlaufen erkennbar zu alt.

Mein Vater hatte jedoch wieder einmal die richtige Idee: "Warum fängst Du nicht mit dem Eistanzen an?" fragte er mich eines Tages. Für meinen Freund Tassilo war das allerdings gar kein richtiger Sport. Er bezeichnete es abfällig als "Eistanzgelatsche", und da er mein Vorbild war, hörte ich auf ihn. Als unsere Freundschaft etwa später zu Ende ging, erinnerte ich mich wieder an die Worte meines Vaters und beschloss es mit dieser Sparte des Eislaufens zu versuchen.

Zu dieser Zeit gab es in Berlin keinen Trainer, der Eistanz unterrichten konnte. Also kaufte ich mir das "Eistanzbuch" der Deutschen Eislaufunion und brachte mir und später meiner Partnerin Sabine Fischer die Tänze selbst bei.

Um ehrlich zu sein, ich hätte damals auch gar keinen Trainer bezahlen können. So viel verdiente man zu dieser Zeit noch nicht, und schon gar nicht bei der Polizei.

Trotzdem ging es sportlich voran, und ich war viele Jahre Teilnehmer an den Deutschen Meisterschaften in Garmisch, Bremerhaven und Augsburg.

Die Musiken für Kür und Freien Spurenbildtanz erstellte ich selbst, und auch beim Nähen von Eislaufkleidern für meine Partnerin und Eislaufanzügen für mich selbst hatte ich einiges Geschick entwickelt.

Es war eine sehr schöne aber auch sehr anstrengende Zeit. Mein Beruf machte mir Freude und stand für mich immer an erster Stelle. Meine gesamte Freizeit gehörte jedoch dem Eislaufen. Das erforderte ein hohes Engagement. An manchen Tagen sah mein Tagesablauf folgendermaßen aus: Aufstehen 05.30 Uhr, Dienstaufnahme 07.00 Uhr, nach Feierabend (16.30 Uhr) schnell nach Hause, umziehen und zum Training entweder nach Neukölln, zum Wedding, zum Berliner Schlittschuh-Club (eigene Eisbahn in der Glockenturmstraße), nach Wilmersdorf oder nach Lankwitz, zumeist am gleichen Abend nacheinander in zwei oder noch mehr Stadien.

Zurückgelegte Strecke innerhalb Berlins täglich mindestens 100 Kilometer. Nach dem Training nach Hause, geschwind noch eine Kleinigkeit essen und ab ins Bett (selten vor 00.00 Uhr). Um 5.30 Uhr wieder der Wecker.

Man muss schon sehr viel Liebe zum Sport besitzen, um so etwas über Jahre durchzuhalten. Allerdings gab es in Berlin während der Sommerzeit überhaupt kein Eis und damit auch kein anderes Training. So hatte ich Zeit zum Regenerieren. Allerdings konnte ich die Ankunft der Wintersaison kaum erwarten.

Interessant ist vielleicht, dass ich mit meiner damaligen Partnerin Sabine Fischer zur Einweihung der Eisstadien Wilmersdorf, Lankwitz und der Eisbahn an der Glockenturmstraße laufen durfte. Das waren sehr schöne Erlebnisse für mich, die mir noch heute gut in Erinnerung sind.

1976 lernte ich die Frau kennen, mit der ich heute noch immer glücklich verheiratet bin. Donatha! Und wo? Natürlich auf dem Eis in der Jaffé-Halle (hoffentlich habe ich das jetzt richtig geschrieben). Im Jahr darauf wurde unsere Tochter Madeleine geboren.

Nunmehr nahm mich mein Beruf immer fester in den Griff. Hinzu kamen noch gesundheitliche Probleme u. a. mit deformierten Hüftgelenken. Die Schmerzen waren nach dem Eislaufen unerträglich. Schweren Herzens hing ich die Schlittschuhe an den Nagel und widmete mich anderen, die Gelenke weniger belastende Sportarten/Hobbys (Bogenschießen, Drachenfliegen und später Ultraleichtfliegen).

1996 waren meine Hüftgelenke so schlecht, dass ich keine 50 Meter mehr schmerzfrei gehen konnte. Im Juni 1996 erhielt ich rechts ein künstliches Hüftgelenk.

In den darauf folgenden Jahren getraute ich mich gar nicht mehr Sport zu treiben, das Risiko erschien mir einfach zu hoch.

Als ich 2002 nach 43 Dienstjahren in den Ruhestand trat, fiel mir nach einiger Zeit die Decke auf den Kopf. Meine Frau ging weiter ihrer beruflichen Tätigkeit nach und ich vermisste den Kontakt zu anderen Menschen.

Eines Tages kramte ich meine alten Schlittschuhe hervor und besuchte den Öffentlichen Lauf im Erika-Hess-Eisstadtion. Ich hatte meine Stiefel 24 Jahre lang nicht mehr getragen und war mehr als erstaunt, dass ich das Eislaufen noch nicht verlernt hatte. Irgendetwas meldete sich in mir wieder zu Wort. Wie ein Virus hatte es mich erneut gepackt. Ich hatte wider Erwarten beim Eislaufen keine Schmerzen und schloss mich nach einigen Wochen erneut einem Verein an. Bei einem Besuch des Erika-Hess-Eisstadions traf ich eine Dame passenden Alters, die sehr gut Eislaufen konnte. Es stellte sich heraus, dass sie eine profunde Eistanzausbildung aus Italien mitbrachte. Ich wagte es, sie anzusprechen, und nach einigen gemeinsamen Eistanzversuchen hatte sich wieder ein Tanzpaar gefunden. Nach relativ kurzer Trainingszeit wagten wir uns zu unserem ersten gemeinsamen Wettbewerb und gewannen 2005 in Grimma im Hobbybereich das Eistanzen.

Mittlerweile lebt Nadine Dutreux wieder in Rom.

Seit Januar 2007 trainiere ich mit einer neuen Partnerin.

Ich habe sie als absolute Anfängerin im öffentlichen Lauf im Erika-Hess-Eisstadion kennen gelernt. Sie wurde mir von einem anderen Eisläufer nach dem Motto vorgestellt: "Kannste der nicht mal was beibringen?"

Ich integrierte sie in eine kleinen Gruppe interessierter Läufer, mit denen ich ab und zu Basistraining machte. Sie erwies sich als sehr talentiert, und als ehemalige Musikerin hat sie die Grundvoraussetzungen gewissermaßen im Blut. Nach einem guten Jahr Training wagte ich mit ihr den Start in Grimma (Deutschlandpokal für Hobbyläufer), und wir wurden im Kürwettbewerb Eistanz auf Anhieb zweite.

Dorina Porsch, so heißt die Dame, hat nach wie vor Riesenspaß am Eistanzen. Und vielleicht können wir noch einige Zeit miteinander laufen.

Was begeistert Dich am aktiven Eiskunstlaufen ?

Eistanzen ist eine geradezu ideale Sportart, um sich lange jung und fit zu halten. U. a. fördert es den Gleichgewichtssinn, das Koordinierungsvermögen, Kraft und Ausdauer und nicht zuletzt den Geist, denn es gibt immer wieder etwas Neues zu erlernen. Der Spaß kommt natürlich auch nicht zu kurz, was nicht so schlecht für die menschliche Seele zu sein scheint. Für mich ist es ein wunderbares Gefühl, sich, quasi über das Eis fliegend, der Musik hinzugeben. Eislaufen hat tatsächlich etwas mit Fliegen gemein. Als Flieger kann ich das beurteilen. Das Aushalten der Zentrifugalkräfte in den Bögen und dieses wunderbare Gleiten über die Eisfläche verschaffen ein ungeahntes Hochgefühl, wie ich es aus der Fliegerei her kenne. Man muss dieses Schweben über das Eis selbst einmal erfahren haben: Es scheint süchtig zu machen, denn man kommt einfach nicht mehr davon los!

Gibt es auch Umstände die Dich bei diesem Sport nerven ?

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Ein eislauftechnisches Erfolgserlebnis woran Du Dich gerne erinnerst ?

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Ein Missgeschick (lustig / traurig / schmerzlich) auf dem Eis, was am besten nicht passiert wäre ?

Es gab sicherlich viele lustig oder auch weniger lustige Vorkommnisse. Z. B. dass ich im Schneidern von Eislaufanzügen zunächst Erfahrungen sammeln musste. Bei einem Städtevergleichswettkampf in Berlin riss der gerade von mir neu angefertigte Anzug seitlich komplett auf. Als ich den rechten Arm heben wollte, stand ich quasi im Freien. Merke: Neue "Eislaufklamotten" vor dem Wettbewerb immer zunächst in der Praxis testen. Oder dass mir kurz vor dem Wettbewerb bei einer Deutschen Meisterschaft in Augsburg das Auto abgeschleppt wurde. Den Wagen wieder zu erlangen, war nicht so einfach und dauerte. Als meine Partnerin und ich vom Parkplatz in die Eishalle hetzten, lief sich die Konkurrenz bereits ein. Da lagen die Nerven blank.Natürlich geht eine Sportart wie das Eislaufen über einen so langen Zeitraum nicht gänzlich ohne Verletzungen ab. Gott sei Dank haben sich derartige Vorkommnisse bei mir bislang in Grenzen gehalten. Bis auf einen durchbohrten Fuß (Ende der Schiene beim Versuch, einen Axel zu springen durch einen Fußknochen gejagt), zwei zersplitterte Zähne (Sturz auf das Kinn beim Springen) und häufige blaue Flecke ist in den vielen Jahren nichts weiter passiert.

Dein durchschnittlicher Trainingsaufwand pro Woche / auch Trockentraining ?

Im Winter ca. 10 Stunden in der Woche. Im Sommer ca. die Hälfte davon).

Welches Eislaufelement gefällt Dir besonders gut ? Kannst Du bzw. noch nicht ?

Mir gefällt immer das gut, was ich selbst nicht oder nicht so gut beherrsche. Beim Eistanzen z. B. Hebungen, bei denen der männliche Partner im Mond über das Eis läuft. Meine Gelenke lassen den Bewegungsablauf "Mond" einfach nicht zu. Auch habe ich bereits bei einer einfachen Waage Probleme. Ich würde sie gerne wieder erlernen, aber auch hier setzt mir der eingeschränkte Bewegungsumfang der Hüftgelenke Grenzen.

Welches Eislaufelement trainierst Du im Augenblick besonders intensiv ?

Ich versuche im Training alle für das Eistanzen wichtigen Elemente durchzulaufen. Was nicht geübt wird, wird auch nicht beherrscht. Grundsatz: Dranbleiben.

Ein Aha-Erlebnis und eine Erfahrung im Training, die ich gerne teilen möchtest, weil sie vielleicht Anderen hilfreich ist ?

Besonders intensiv sollten die Elemente geübt werden, die man nicht oder nicht so gut beherrscht. Eisläufer neigen aus verständlichen Gründen zu entgegen gesetztem Trainingsverhalten. Das macht zwar mehr Spaß und man sieht besser aus. Allerdings lernt man auch nichts dazu.

Was möchtest Du auf jeden Fall noch erreichen / gibt es Grenzen im Sport für Dich ?

Ich möchte meine Eislauftechnik noch verbessern. Das hört sich für einen Menschen in meinem Alter vielleicht nicht sehr glaubhaft an. Man darf jedoch nicht vergessen, dass sich das Eistanzen wie jede andere Sportart auch technisch immer weiter entwickelt hat. Ich wundere mich oft darüber, wie leicht viele Elemente mit der richtigen Technik zu bewerkstelligen sind. An dieser Stelle lieben Dank an Birgit Aust! Sie hat für alle Probleme eine Lösung, und es funktioniert.

Nach welcher Musik läufst Du am liebsten / möchtest Du einmal laufen ?

Am liebsten ist mir die Klassische Musik, obwohl ich auch moderne Musik nicht ausschließe. Unsere derzeitige Kürmusik ist türkischen Ursprungs. Davor lief ich nach Musiken von Verdi oder Johann Strauss. Ich glaube, dass unsere Kürmusiken bei den Zuschauern allesamt gut ankamen. Zusammenstellung und Schnitt sind dabei immer besonders wichtig. Es gelingt mir mittlerweile gut, die Musiken selbst auf meinem Rechner zusammen zu stellen. Auch hier hat die Technik alles viel leichter gemacht. Das Schneiden am Tonbandgerät war früher wesentlich schwieriger. Viele Leser werden gar nicht wissen, dass vor der Zeit der Tonbandgeräte die Kürmusiken auf Schallplatte geschnitten wurden. Ein komplizierter und kostenintensiver Vorgang in einem Tonstudio. Ich war einmal dabei, wie mein damaliger Freund Tassilo von Bonin seine Kürmusik in einem Studio aufwendig auf eine Schallplatte schneiden ließ. Ein spannender Vorgang, der von Hand ausgeführt wurde.

Welche/r Eisläufer/in inspiriert Dich besonders und warum ?

Es gab und gibt immer wieder Eistanzpaare der Weltspitze deren Kürvortrag mir den Atem nimmt. Ihre Interpretation der Musik war und ist für mich dabei von größter Bedeutung. Für die künstlerische Qualität tragen nicht nur die Sportler selbst Verantwortung. Die jeweilige Choreographie legt dabei den Grundstein für die später erbrachte Leistung. Unter den Choreographen bewundere ich besonders Pasquale Camerlengo, dessen eisläuferische Ideen bestechen und dessen künstlerisches Einfühlungsvermögen für mich auf dem Eis derzeit einzigartig ist. Einem Italienern scheint so etwas im Blut zu liegen. In Hohenschönhausen konnte ich ihm einmal beim Aufbauen einer Kunstlaufkür über die Schulter sehen. Er ging mit einer Sicherheit und Leichtigkeit zu Werke, die mich faszinierte. Die Sprache der Italiener besteht bekanntlich zu einem erheblichen Teil aus Gestik. Bei Camerlengo ist das gut zu beobachten. Er spricht, ja er komponiert gewissermaßen mit seinem gesamten Körper. Ein Naturtalent! Ob man so etwas als "Nordlicht" überhaupt erlernen kann? Um ehrlich zu sein: Da fehlt uns einfach etwas in der DNA.

Gibt es eine gesehene Kür, die Dich nachhaltig beeindruckt hat ?

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Gibt es ein Kür / Free skate / Spotlight an der Du im Augenblick arbeitest ?

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Welche Musikauswahl hast Du getroffen / Warum diese / Was möchtest Du damit zeigen ?

Dein Kürkostüm ? Wie bist Du dazu gekommen ?

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Welche Herausforderung stellen sich Dir dabei besonders ? (Tempo, Sprünge, Schritte) ?

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Was ist für Dich bei Wettbewerben wichtig ?

Das Teilnehmen an Wettbewerben zwingt mich persönlich dazu, mir Ziele zu setzen und mich zur Leistung zu motivieren. Es sorgt für die nötige Spannung und gibt mir das Gefühl, noch nicht ganz zum alten Eisen zu gehören.

Gibt es ein bestimmtes Ritual, einen Glücksbringer oder einen bestimmten Ablauf, der für Dich vorher wichtig ist ?

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Dein nächstes Ziel im Eissport ist ?

21. Weitere Ziele verfolge ich momentan nicht. Es reicht mir aus, einfach weiter nur Eistanzen zu können und viel Spaß dabei zu haben. Das Eistanzen ist eislauftechnisch eine große Herausforderung. Ich bin glücklich darüber, dass es mir trotz meines Alters und meiner angegriffenen Gesundheit gelingt, den Anforderungen innerhalb eines ordentlichen Spektrums gerecht zu werden.

Eine Eislauffee erfüllt Dir 3 Wünsche ! Welche sind es ?

1. Gesund bleiben, auch um noch lange Eislaufen zu können.

2. Der Erwachsenen-/Hobby-/Breitensport sollte nicht nur erhalten, sondern sogar

noch weiter ausgebaut werden.

3. Dass das gute Klima unter uns Hobbysportlern und unser kameradschaftliches

Miteinander erhalten bleiben möge.

Dein Ausruf / eine Ermunterung / eine Botschaft von Dir an alle Eislauf - Breitensportler ist ?

Lebt Eure Träume! Lasst Euch nicht beirren und haltet durch!

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Hier kannst du deinem Herzen Luft machen und konstruktive Kritik üben. Schreibe - was Dich zum Thema Eiskunstlauf - Breitensport bewegt und was für Dich verbesserungswürdig.
Deine öffentliche Meinung ist wichtig und hilft Bewußtsein zu verändern !

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*Interview vom 16.09.2008

Nachgefragt :

1. Gibt es Umstände, die Dich bei diesem Sport nerven?

Eigentlich nicht. Aber, wer „eigentlich“ sagt, lügt (zumindest ein wenig).

Einige Dinge liegen bei mir im persönlichen Rahmen. Zum Beispiel, dass mein Wohnort zu weit von den Eisstadien entfernt liegt. Bei den derzeitigen Treibstoffpreisen ein erheblicher Faktor.

Auch steht der Zeitaufwand für Hin- und Rückfahrt nicht in einem vernünftigen Verhältnis zu der Zeit, die ich dann tatsächlich auf dem Eis verbringe. Drei Stunden mit dem Auto (Hin- und Rückfahrt) durch die Stadt, um eine gute Stunde Eis zu laufen? Meine Frau hält mich nicht völlig zu Unrecht für verrückt.

Nebenbei: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln würde es noch länger dauern, wäre strapaziöser und letztlich auch nicht günstiger.

Aber es gibt Dinge, die mich tatsächlich immer wieder nerven. Zum Beispiel sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Unterhaltungen zwischen den Läufern/innen aber auch Trainern/innen und Läufern/innen an der Bande und nicht im Bahnbereich stattfinden. Sprach ich Läufer/innen auf ihr Verhalten erklärend an, erhielt ich leider oft negativ-patzige Antworten. Da ich mich in meiner Freizeit nicht unnötig ärgern möchte, sage ich jetzt nichts mehr und hoffe darauf, dass einige Läufer von selbst dahinter kommen, wie störend, ja gefährlich es sein kann, wenn ihnen jemand im Gespräch vertieft im Wege steht.

2. Gibt es eine gesehene Kür (Eistanz), die Dich nachhaltig beeindruckt hat? Und warum?

Bei den vielen Eistanzwettbewerben aus dem internationalen Bereich, die ich im Laufe von Jahrzehnten gesehen habe, gab es immer wieder herausragende und besonders beeindruckende Leistungen.

Das fing mit den Geschwistern Buck an, reicht über den berühmten „Bolero“ der damaligen britischen Weltmeister bis hin zu dem russischen Paaren aber auch den Italienern, die sich allesamt durch hervorragende Küren auszeichneten.

Das Wichtigste dabei ist für mich das Darstellen eines bestimmten Themas beispielsweise aus Oper, Operette, Film, Musical unter gelungenem Umsetzen des musikalischen Aspekts.

 

3. Arbeitest Du im Augenblick an einer Kür oder einem Pflichttanz?

An den Pflichttänzen kann man gar nicht genug arbeiten. Es gibt immer etwas zu verbessern.

Kür steht bei mir z. Zt. nicht an, weil meine Partnerin aktuell mit für sie wichtigeren Dingen beschäftigt ist (obwohl sie sicherlich lieber Eislaufen würde) und auch ich nicht weiß, was in nächster Zeit auf mich zukommt.

 

4. Welche Herausforderungen stellen sich Dir (als Eistänzer, mit einer Partnerin) bei einem Programm besonders (Musik,Takt, Tempo, Schritte) ?

Die größte Herausforderung stellt sich für mich, meine Partnerin eisläuferisch auf einen Stand zu bringen, der es uns ermöglicht, Pflicht und Kür mit höherer Geschwindigkeit sowie stärkeren Kurven und besseren Kanten zu laufen. Auch muss an Pirouetten, kleinen Tanzsprüngen und Twizzles und anderen läuferischen Komponenten gearbeitet werden. Da haben wir sicherlich noch einiges zu tun.

Altersbedingt sind mir hinsichtlich der Häufigkeit und des Tempos schnell aufeinander folgender Schrittkombinationen Grenzen gesetzt. Mit einer schönen Musik, gefühlvollem Laufen und Ideenreichtum sollte es jedoch auch mir noch gelingen, einiges in die Tat um zu setzten.

Taktsicherheit gehört beim Eistanzen zu den Grundvoraussetzungen und dedarf keiner besonderen Übung.

5. Gibt es ein bestimmtes Ritual/Glücksbringer/Ablauf, der für Dich vor einem Wettbewerb wichtig ist ?

Nein, ich benötige derartige Dinge nicht und bin auch nicht abergläubisch. Allerdings mag ich in der Vorbereitung und im Ablauf eines Wettbewerbs weder Hektik noch allzu langes Warten. Leider kann man insbesondere auf Letzteres nur in den allerwenigsten Fällen Einfluss nehmen.

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Eisstadion Neukölln ca. 1964. Axel in der Luft bei der Drehung. Höhe lässt sich an Hand des Schattens abschätzen. Ich war damals 22 Jahre alt.

Eisstadion Neukölln ca. 1966. Meine erste Eistanzpartnerin Carmen Ciszewski.

Pressefoto aus dem Jahre 1975 bei der Deutschen Meisterschaft in Bremerhaven.

Partnerin Sabine Fischer.

Beim Training im Eisstadion Wedding 1977. Partnerin Ingrid Jung.

Damals war das Erika-Heß-Eisstadion noch keine geschlossene Halle.

Bei der Clubmeisterschaft des SCC im Jahre 2005 mit Partnerin Nadine Dutreux.

SCC Pokal

Erika Heß-Stadion

2008

Schaulaufen

mit Eislaufpartnerin Dorina Porsch

Eistanz-Kür nach orientalischer Musik